Ein sanfter Start ins Kita-Leben
Der erste Schritt aus der Familie in die Kita ist ein bedeutsamer Übergang – für Ihr Kind, aber auch für Sie als Eltern. Bei uns soll dieser Übergang in Ruhe geschehen, ohne Druck, mit klaren Phasen und im engen Austausch zwischen Ihnen und unserem Team.
Wir orientieren uns am bewährten Berliner Eingewöhnungsmodell (Infans), das sich seit Jahrzehnten in Kitas bewährt hat. Es besteht aus vier Phasen:
Die vier Phasen der Eingewöhnung
📅 Phase 1: Grundphase (Tage 1–3)
An den ersten drei Tagen begleitet ein Elternteil – oder eine andere wichtige Bezugsperson – Ihr Kind in die Kita. Etwa eine Stunde pro Tag. Sie halten sich im Hintergrund, sind aber sichtbar und verfügbar. Ihr Kind kann mit Ihrer Rückendeckung die Gruppe und die Erzieher:innen kennenlernen. Die Erzieherin nimmt vorsichtig Kontakt auf – durch ein Spielangebot, ein gemeinsames Buch. In dieser Phase gibt es noch keine Trennung.
📅 Phase 2: Erster Trennungsversuch (Tag 4 oder 5)
Frühestens am vierten Tag versuchen wir eine kurze Trennung – grundsätzlich nicht an einem Montag, damit Ihr Kind nach dem Wochenende erst wieder ankommen kann. Sie verabschieden sich liebevoll und klar und verlassen den Raum für etwa 5 bis 30 Minuten. Sie bleiben aber in der Nähe und sind jederzeit erreichbar. Wie Ihr Kind reagiert, zeigt uns, wie wir weitermachen.
📅 Phase 3: Stabilisierungsphase (ca. zweite Woche)
In den folgenden Tagen verlängern wir Ihre Abwesenheitszeiten schrittweise. Die Bezugserzieher:in übernimmt zunehmend die Versorgung Ihres Kindes – sie tröstet, wickelt, spielt, gibt zu essen. Sie als Eltern bleiben weiterhin in Rufbereitschaft. Wie schnell diese Phase voranschreitet, hängt von Ihrem Kind ab. Manche Kinder brauchen wenige Tage, andere zwei Wochen oder mehr.
📅 Phase 4: Schlussphase (3. bis 4. Woche)
Die Eingewöhnung gilt als abgeschlossen, wenn Ihr Kind die Bezugserzieher:in als „sichere Basis“ akzeptiert und sich von ihr trösten lässt. Sie sind dann nicht mehr in der Gruppe anwesend, bleiben aber telefonisch erreichbar. Ihr Kind bleibt nun für die vereinbarte Betreuungszeit – anfangs oft noch bis zum Mittagessen, später einschließlich Mittagsschlaf.
Was Sie als Eltern wissen sollten
Im Schnitt dauert eine Eingewöhnung zwei bis drei Wochen. Sie kann aber auch kürzer oder länger sein – jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Wir drängen nicht. Wir geben jedem Kind die Zeit, die es braucht.
Tränen in der ersten Zeit sind übrigens normal. Sie sind kein Zeichen von Scheitern, sondern Ausdruck einer Anpassung. Ihr Kind macht etwas Großes durch. Wir sind in dieser Zeit besonders aufmerksam – und wir halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden.
Vor dem ersten Tag
Bevor Ihr Kind zu uns kommt, laden wir Sie zu einem ausführlichen Aufnahmegespräch ein. Hier besprechen wir die Eingewöhnungsschritte im Detail, klären organisatorische Fragen und erfahren von Ihnen alles Wichtige über Ihr Kind: seine Gewohnheiten, seine Vorlieben, eventuelle gesundheitliche Besonderheiten.