Partizipation & Kinderrechte

Beteiligung ist ein Kinderrecht

„Was denkst du?“ – Diese Frage stellen wir oft. Manchmal mit Worten, manchmal nur mit einem Blick. Denn schon die Allerkleinsten haben eine Meinung. Sie können sie nur noch nicht in Sätze fassen.

Partizipation – also die Beteiligung von Kindern – ist für uns kein Zusatz, sondern ein Grundrecht. Verankert in der UN-Kinderrechtskonvention, im Kindertagesstättengesetz Rheinland-Pfalz und in unserem Selbstverständnis. Es geht nicht darum, dass Kinder „alles bestimmen dürfen“. Es geht darum, dass wir ihnen zuhören. Dass wir ernst nehmen, was sie wollen, fühlen und brauchen. Und dass wir sie einbeziehen, wo immer es geht.

So leben wir Partizipation im Alltag

Freies Spiel und freie Wahl

Ein großer Teil des Tages ist bewusst als Freispielzeit gestaltet. In dieser Zeit entscheiden die Kinder selbst, mit wem, womit und wo sie spielen. Sie können zwischen verschiedenen Räumen und Aktivitäten wechseln – malen, bauen, sich verkleiden, Bücher anschauen oder in den Garten gehen.

Gemeinsam Regeln entwickeln

Die wichtigsten Regeln in unserer Kita haben wir nicht einfach vorgegeben. Wir haben sie mit den Kindern zusammen entwickelt. Das hat einen einfachen Effekt: Kinder verstehen Regeln besser, an deren Entstehung sie beteiligt waren. Und sie halten sich auch eher daran.

Projekte nach Kinderinteressen

Wenn mehrere Kinder gerade von Baustellen, von Tieren oder vom Weltraum begeistert sind, dann wird genau das zu unserem nächsten Projekt. In Kinderkonferenzen fragen wir: Was wisst ihr schon? Was wollt ihr noch wissen? Was wollt ihr machen? Aus den Antworten entstehen Wochen, die in Erinnerung bleiben.

Alltägliche Entscheidungen

Welches Bilderbuch wird heute im Morgenkreis vorgelesen? Welches Lied singen wir zur Begrüßung? Wer darf den Tisch decken? Solche kleinen Entscheidungen sind nicht „klein“ – sie sind Übungsfeld für Demokratie.

Auch die Allerkleinsten dürfen mitreden

In der Mäusegruppe arbeiten wir viel mit nonverbaler Kommunikation. Zeigt ein Kind auf die Tür, gehen wir mit ihm in den Garten. Bevor wir es hochheben oder wickeln, kündigen wir jeden Handgriff an und warten kurz auf ein Signal des Einverständnisses. So lernen schon die Kleinsten: „Meine Stimme zählt.“


Wenn etwas nicht stimmt – Beschwerdeverfahren für Kinder

Kinder dürfen bei uns offen sagen, wenn ihnen etwas nicht gefällt, sie Angst haben oder unzufrieden sind. Wir vermitteln jedem Kind vom ersten Tag an: „Du darfst Nein sagen. Wir hören dir zu und helfen dir.“

Jedes Kind hat bei uns feste Bezugspersonen, die seine Signale gut kennen. Wir achten im Alltag auf Veränderungen im Verhalten, im Spiel, in der Sprache. Im Morgenkreis fragen wir regelmäßig: „Wie geht es euch heute? Was hat euch gefallen, was fandet ihr blöd?“

Jede geäußerte Sorge eines Kindes wird ernst genommen. Wir dokumentieren sie, besprechen sie im Team und – wenn nötig – gemeinsam mit Ihnen als Eltern oder mit Fachstellen.